Diese Vertreibung, bekannt als die Nakba oder „Katastrophe“ auf Arabisch, hat das Leben meiner Familie und das von Millionen von Palästinensern für immer verändert. Ich erinnere mich an die Geschichten meiner Großeltern, die von ihrer Heimat, ihren Familien und Freunden erzählten, die sie zurücklassen mussten. Die Erinnerungen an die Olivenbäume, die Felder und die kleinen Dörfer, die sie einst bewohnten, sind in mir lebendig geblieben.
Wenn ich über meine deutsche Herkunft nachdenke, frage ich mich, wie meine Vorfahren zum Holocaust beigetragen haben. Ich weiß, dass ich nicht direkt verantwortlich bin, aber ich fühle mich mitverantwortlich für die Geschichte meiner Familie und die Geschichte Deutschlands.
Zwei Vergangenheiten, die zusammenhängen. Zwei Vergangenheiten, die viel Schmerz in sich beinhalten. Den Schmerz der Vertriebenen, gefoltert und gedemütigt. Den Schmerz entmenschlicht zu haben und unaufgearbeiteten Schmerz, Schuld und Scham abgespalten zu haben.
Der Schmerz von Krieg, Tod, Verlust, Entwürdigung, Getrenntheit, Taubheit, Schuld.
Mit viel tiefem Schmerz sehe ich, wie das deutsche Verstummen und die nicht aufgearbeitete Schuld und Scham gerade zum Genozid des palästinensischen Volkes beiträgt.